Mitgliederversammlung des BdB Landesverbandes Bayern

(13. Februar 2019) Weichering - Auf der Mitgliederversammlung des Bund deutscher Baumschulen (BdB) Landesverband Bayern e.V. zeigte sich der Vorsitzende Michael Kutter sehr erfreut über die große Telnehmerzahl. Über 50 Mitglieder und Gäste waren erschienen.

 

Bei seiner Begrüßung ging er zunächst auf die Situation des BdBs auf Bundes- und Landesebene sowie der Baumschulen in Bayern ein. Demnach ist der Bundesverband seit dem Umzug von Pinneberg nun vollaktiv im politischen Berlin angekommen.

 

Auch in Bayern vertritt der BdB die Baumschulen gegenüber der Politik und der Verwaltung. Die seit einigen Jahren sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem Staat und Verband manifestiert sich z.B. in den regelmäßigen Kontakten zur LWG in Veitshöchheim. Hier hat man bei wichtigen Projekten wie z.B. dem Neubau im Stutel jetzt mit der Umsetzungsphase begonnen. Die gemeinsame Präsenz in der Landesvereinigung Gartenbau sichert den Erhalt der gartenbaulichen Infrastruktur in Bayern.

 

Wintertagung 2019 in WeicheringWintertagung 2019 in WeicheringFoto: Thomas Wiehler

Michael Kutter (Vorsitzender des BdB - Landesverband Bayern)Michael Kutter (Vorsitzender des BdB - Landesverband Bayern)Foto: Thomas WiehlerWenngleich die Preissituation für Gehölze sich jüngst etwas verbessert darstellt, erschweren Arbeitskräftemangel, bürokratische Auflagen, Wetterextreme, Trockenheit und neue Schädlinge den Alltag für Baumschulen.

Die Kultivateure sind gesetzlich verpflichtet (z.B. AGOZ) nur absolut gesunde Pflanzen zu verkaufen, weil andernfalls möglicher Weise anhaftende Schädlinge und Krankheiten in andere Gebiete verschleppt werden könnten. Da Bäume und Sträucher aus rechtlicher Sicht den "nicht rückstandsrelevante Kulturen" zuzuordnen sind und in der Regeln nicht direkt der Ernährung dienen, ist chemischer Pflanzenschutz nicht immer vermeidbar, sondern Bestandteil der integrierten Produktion. Ungeachtet dessen sehen sich auch Baumschulen hier einer immer kritischeren Bevölkerung gegenüber. Hier gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten. So lange in diesem Marktsegment die angesprochene Gesetzgebung unverändert bleibt und die Kunden sowohl im Groß- wie auch im Einzelhandel bei ihrer Einkaufsentscheidung und beim Einkaufsverhalten nur auf Qualität achten und sehr preisbewusst am Markt agieren, ist der pauschale Ruf nach "Bio" grundsätzlich nachvollziehbar, allerdings nur sehr bedingt bzw. nicht umsetzbar. Erschwerend hinzu kommen besondere Anbauspezifika bei der Gehölzkultur und eine differenzierte Sichtweise, die alternative Anbaumethoden in Baumschulen nicht immer rechtfertigen. Baumschulen werden jedoch freiwillig ihren Weg einer besonnenen und möglichst umweltgerechten Anbaumethode fortsetzen.

 

"Inmitten der Schwierigkeit liegt die Möglichkeit." (Albert Einstein) Dies könnte ein Leitspruch für Baumschulen werden, für die die aktuellen Entwicklungen auch Chancen bieten. Im Vergleich zur Automobilbranche oder Energiekonzernen, die mit "grüneren" oder sauberen Produkten werben, haben Baumschulen "das" grüne Produkt. Die "Produkte" aus Baumschulen erzeugen nicht nur "weniger CO2", sondern können dieses Treibhausgas sogar binden. Darüber hinaus filtern  Bäume und Sträucher Feinstaub aus der Luft, verbessern das Kleinklima in Städten und der Blütenpollen vieler Gehölze ist wichtige Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insekten. Diese Thematik griff auch Klaus Körber von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim gegen Ende der Veranstaltung nochmals auf und plädierte dazu, die derzeitigen Debatten in der Politik und der Bevölkerung für sich und die Branche zu nutzen. Herr Kutter resümierte, dass Baumschulen vor großen Herausforderungen stünden. Diese müssen tatkräftig angegangen werden, um weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken zu können.

 

Carolin Bögel, LfL FreisingCarolin Bögel, LfL FreisingFoto: Thomas WiehlerNeben den beiden Hauptvorträgen "Änderungen beim Pflanzenpass" und "Dienstleistung in der Baumschule - steuerrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten" berichteten weitere ehrenamtliche Vereinsvertreter und Niels Sommer von der Bundesgeschäftsstelle in Berlin über aktuelle Themen aus der Verbandsarbeit (Tarif-Situation, Landesgartenschauen, Landesvereinigung Gartenbau Bayern e.V., Ausbildung, GartenBaumschulen sowie Ausschussberichte von Goslar). Daneben blieb natürlich aus ausreichen Raum für den fachlichen und persönlichen Austausch unter den Teilnehmern, die am Ende eine äußerst gelungene Veranstaltung konstatierten.

 

Weitere Details zur Mitgliederversammlung, den angesprochenen Themen und Kurzberichte der dort gehaltenen Fachvorträge können Mitglieder bei der Geschäftsstelle anfordern.

 

 

 

 

 

 Gabriele BschorrGabriele BschorrFoto: Thomas Wiehler Johannes Schmitt Johannes Schmitt Foto: Thomas Wiehler 
   
 Steuerberater Herbert BirkenmaierSteuerberater Herbert BirkenmaierFoto: Thomas Wiehler Wintertagung 2019Wintertagung 2019Foto: Thomas Wiehler