Konjunkturpaket: Klimawandel weit dramatischer als Corona

 

Inmitten der Corona-Epidemie und den Auflagen der Kontaktvermeidung nutzen viele Menschen Wald und Flur sowie Parks und Gärten als Zufluchtsort. Die Einschränkungen haben unser kollektives Bewusstsein für die vielen Vorteile der Natur geschärft - von der Ruhe im Freien über saubere Luft und sauberes Wasser, natürliche Ressourcen, die Unterdrückung von Krankheiten bis hin zur Fähigkeit, den Klimawandel zu verlangsamen und uns vor seinen Auswirkungen zu schützen. Wenngleich das zuletzt genannte Thema aktuell etwas in den Hintergrund geriet, so könnte sich die Klimakrise weit dramatischer auswirken als die COVID-19-Pandemie. Die zunehmenden Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis sind eindeutig. Wir sind mehr denn je aufgerufen, uns nachhaltig dem Klimawandel zu stellen und die biologische Vielfalt zu erhalten.

Buche im GegenlichtBuche im GegenlichtFoto: EHB

Weltweit wurden und werden intakte Ökosysteme für eine nicht nachhaltige Rohstoffproduktion verloren. Es ist unabdingbar, diese Verluste zu stoppen und ihnen durch Wiederaufforstung zu begegnen. Neupflanzungen sind auch überall dort zu begrüßen, wo keine anderen Ökosysteme, wie z.B. Moore beeinträchtigt werden. Eine gesunde Vegetation kann dazu beitragen, die Kohlenstoffmenge in der Atmosphäre zu verringern, dem Klimawandel etwas entgegen zu setzen, die biologische Vielfalt zu erhalten sowie die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern. Der BdB Landesverband Bayern e.V. unterstützt deshalb folgende Forderung der Landesvereinigung Gartenbau Bayern e.V.:

 

  • Alle aus CO2-Abgaben erzielte Erlöse sind zu 100 % zweckgebunden in Maßnahmen zur CO2-Bindung zu investieren. Hierbei sind auch Abgaben auf sämtlichen fossilen Energieträger zu berücksichtigen.
  • Ähnlich der Auflage "Kunst am Bau" ist aus einem klimafreundlichen Anspruch heraus eine umfassende Verpflichtung vor zu sehen, die alle Bauherren künftig dazu verpflichtet, 3 % der Bausumme für Gehölze in ein grünes Umfeld zu investieren. Diese Pflanzen sind grundsätzlich im unmittelbaren Umgriff der Baumaßnahme zu setzten. In Einzelfällen können sie aber auch im öffentlichen Raum oder - als Biotop kartiert - in der freien Landschaft zum Einsatz kommen. Um den klimatischen Effekt nachhaltig zu sichern, sind die Pflanzen dauerhaft zu pflegen und bei Ausfall zu ersetzen.
  • Um nicht nur den Landwirten, Obstbauern und sonstigen Eigentümern von Biotopflächen Einschränkungen abzuverlangen, sind für als Biotop kartierte Flächen jährliche Ausgleichszahlungen aus Steuermitteln (= Beteiligung aller) Die Finanzhilfen sind in der Höhe mindestens so auszugestalten, dass der Wertverlust der Fläche, die Nutzungseinschränkungen sowie der laufende Aufwand gedeckt sind.
  • Darüber hinaus sind zusätzliche Finanzmittel bereit zu stellen, zur Förderung von Aufforstungen im Wald sowie Anpflanzungen in der Stadt, in der freien Landschaft und im privaten Bereich.

 

Fazit:

Wenn wir in Bayern, Deutschland und Europa nicht vorangehen, dürfen wir von Schwellen- und Drittweltländern nicht erwarten, dass sie unser aller Klima retten. Wird jetzt nicht entschieden in Bäume in einem grünen Umfeld investieret, könnten renommierte Klimatologen Recht bekommen. Diese warnen davor, dass schon bald ein "point-of-no-return" erreicht sein könnte. Umsichtige und nachhaltige Klimapolitik bedeutet umgehend auch in naturbasierte Lösungen zu investieren, statt nur auf Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen zu setzen. Aus einem ökologischen und generationsübergreifenden Verantwortlichkeitsbewusstsein gilt mehr denn je:

 

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen … war vor 20 Jahren.

 

Die nächst beste Zeit ist jetzt !


* Das gesamte Positionspapier der LVG Bayern finden Sie in Kürze unter:

  www.lvg-bayern.de